Mittwoch, 22. April 2009

Kulturshock Surabaja

Nachdem der Bus mich 19:37 Uhr abgeholt hatte, ging es ganz nach Osten Balis.
Ich weiß garnicht wie der Busfahrer es geschafft hat, aber es hat nur 3h gedauert.
Nagut, wenn ich genauer drüber nachdenke ist der Typ gefahren wie ein Henker.
Finger mehr auf der Hupe als am Blinker und Geschwindigkeiten, im sehr hohen Bereich für die Straßenverhältnisse. Auf dem Weg gab es noch eine 15 minütige Pause um etwas zu Essen, was im Preis inbegriffen war.
Hier bekam ich auch schon die ersten mehr ländlichen Einflüsse zu spüren.
Als ich so aß, bemerkte ich etwas am Dachgebälk der Futterhalle, ich dachte mir cool ein Äffchen... war ne Fehlanzeige. Es war eine Ratte, mein Blick wanderte wieder Richtung Teller, wo ich noch so ein Nagetier für den Bruchteil einer Sekunden im oberen Bereich entlanghuschen sah.
Ich dachte mir dann, hoffentlich hab ich hier keine Ratte auf dem Teller, aber beim einen Fleisch war der Knochen der dran war zu groß und für den Rest hätten sie schon einige Ratten fangen müssen und gerade heute verarbeiten müssen um diese Portion rauszubekommen, bin mir nichtmal sicher ob das andere Fleisch war.
Weiter ging die Fahrt durchs dunkle und kurze Zeit später waren wir auch am Hafen,



dort fuhren wir auf die Fähre und konnten aussteigen, was ich auch tat und mich oben an der Reling neben der Brücke hinstellte und Titanic spielte.
Auf dem Weg dorthin musste ich als "Außerirdischer" durch Massenweise Verkäufer.
Naja eher nicht, die Aussicht auf die sichtbaren Licher Javas, waren von hier sichtbar und der Shuttlebus und auch 2 mal kurz eine umherflitzende Ratte (was mir das Gefühl gab, das wir nicht sinken, da die Ratten ja bekanntlich als erste das Schiff verlassen).
Der Shuttlebus war relativ modern, Klimaanlage, etc. alles gut.
Ich war natürlich der einzige Touri, und die Sitze, waren wahrscheinleich auch eher an die kleinen Indonesier angepasst, ich weiß nicht wie sie es machen, aber ich passte nicht wirklich in den Sitz (haben ja für den Rücken so eine leichte Wölbung. Mein Rücken bekam ich ja gerade rein, aber naja bei den Schultern hörte dann der Spaß auf, hätte sie wahrscheinlich auf den Brustkorb bis zum Kinn ranziehen müssen damit es passt.
Allgemein war durch den hervortretenden Sonnenbrand die ganze Sache nicht einfacher, besonders da es sich nicht um den obligatorischen Schulterrückensonnebrand dreht sondern um einen alles außer Unterarme Sonnenbrand, scheinbar ist meine tolle Australien Woolworth-Sonnencreme nicht wasserfest. Die vielen Schlaglöcher, Unebenheiten und anderen Straßenbesonderheiten taten den Rest.
Fürs Motorradfahren war sie ausgezeichnet.
Übergesetzt und wieder in den Bus (hier ist es erlaubt während der Überfahrt im Fahrzeug zu bleiben). Danach gings weiter 8h waren anberaumt ca. 4,5h waren Weg.
Java ist dann noch etwas ungemütlicher in Sachen Straßenverhältnisse.
Auf jedenfall kamen wir dann nach 11h (mit neuer Zeitverschiebung auf 5h Unterschied nur 10h) direkt vor der Haustür an.
Wie sich rausstellte, ist das Mittelklasse Haus eher Unterklasse aber Mittelklasse groß. Bei Sita hat es mir trotz gefühlten 10qm doch besser gefallen.


Ausblick vom Dach

Aber naja ich wurde von Anez freundlich empfangen. Aber die Hoffnung mit dem Flatrate Internet starb auch, so legte ich mich erstmal nach dieser Höllenfahrt hin. Denn so eine Fahrt mit alle 20 Minuten aufwachen, ist fast genauso schlimm wie Jetlag.
Gegen 9 Uhr stand ich auf bekam einen Tee, duschte mich und wollte zur Plaza, einem riesigen mit zivilisierten Staaten vergleichbaren 5 stöckigen Einkaufstempel.
Ich kurz vor 10 Uhr dort, er ist nur gut 15 Minuten Fußweg entfernt und durfte 5 Minuten warten bis er eröffnete.
So setzte ich mich erstmal in den Foodcourt nutze das Gratis Internet dort und aß zum Frühstück, einen Burger und trank einen Avokadoschokomilchsaft (das wo ich letztens die Frucht vergas), das alles für fast 1 Euro.
Hier gibt es leider keine schönen Frühstücksgerichte, die essen immer Reis/Nudeln.
Ja also allgemein ist dies das Paradies, hier fließt fast schon Milch und Honig, alle Menschen lächeln einem zu, es ist ruhig und man kann ungestört ein Motorrad ausleihen.
Zumindest ist dies die Situation, wenn man Mund, Augen, Ohren und Nase verschließt und ganz ganz stark seine Fantasie bemüht.
Ich stellte ja bereits in Bali fest, das es kaum, eher keine Müllereimer in der Öffentlichkeit gibt, dafür gabs die privaten Feuer.
Ja hier lag dann schon der Müll am Straßenrand (war wo ich nach Agung wollte und in den Stau kam aber 10x extremer), überall kleine Essensläden, welche für wenig Geld ihre Speisen anbieten, welche sicher nicht allzu frisch sind, überall Moped, noch einwenig mehr als in Bali und das waren viele, überall Rikschafahrer, welche einen immer fahren wollen. Wenn man wie ich den Fehler macht und auch 15-20 Minuten laufen kann, aber allgemein sieht man hier niemanden laufen, außer am Einkaufszentrum und durch die Straßenmärkte.


Rikschafahrer beim warten auf Kundschaft.

Sicherlich sind auch 98% der Stadtfläche zubetoniert, von Parkanlagen, Grünflächen sieht man hier bisher fast nichts.

Allgemein, ist es fernab von jeder Zivilisation, ich fragte wo ich ein Moped ausleihen kann, Anez meinte nirgendwo, die Info im Plaza meinte nirgendwo, den einzigen westlichen Touristen den ich im Plaza traf und zu dem ich 5 Stockwerke runterfuhr und fragte meinte auch nirgendwo.
Dieser Tourist war aber nichtmal einer, er lebte hier und ich fragte ihn direkt nachdem er 2 Sätze gesagt hatte, ob er Deutsch ist und ja wie immer richtig.
Er arbeitet hier seit 2 Jahren im Bereich Abwasserversorgung, worauf ich zu ihm meinte, dass er da wahrscheinlich nach weit bis nach seinem Renteneintrittsalter zu tun hat.
Worauf er nur lachen konnte, aber naja im westlichen Bereich solle ich größere Chancen haben eins auszuleihen.
Allgemein ging es für mich nach Hause, der Vorleser und Defiance schauen, welche beide sehr gut waren, auch wenn der Vorleser sich doch einwenig streckt, aber Defiance, hat mich überrascht.
Anez versuchte mir eines zu besorgen, dies war aber auch für Ihn nicht wirklich möglich, so geht es für mich hier sicher schnell wieder weg, denn ich habe hier gelernt...
Ohne Moped/Motorrad ohne mich.

Der scheinbar einzige Touri in ganz Surabaya, der gerade den Klängen einer Moschee lauschen kann, welche hier durch die Stadt hallen.

2 Kommentare:

  1. und spucken die leute dort wirklich alle auf die straße und riehct es wirklich so stark nach smog

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  2. Naja nicht alle, also nicht wirklich mehr als es ich es bei den meisten Jugendlichen bei uns sehe.
    Hab schon paar Leute gesehen, aber der Normalfall ist es nicht, weil egal, wer es macht irgendwo eklig ist das ganze doch schon...

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